BLAGO ♥ .. junger Kater sucht liebevolles Zuhause

Geschlecht: männlich, kastriert

Impfstatus: geimpft

Alter: geb. ca. 09/2025

Aufenthaltsort: Sofia, Bulgarien

Haltung: Keine Vermittlung in Einzelhaltung, reine Wohnungshaltung (ohne Freigang)

FIV-Test: negativ

FeLV-Test: negativ

Handicaps: keine

Verträglich mit

  • Kindern: ja
  • Katzen:  ja
  • Hunden: unbekannt

Tierschützerin: Homeless Cats Sofia

 

21. September 2026

Einmal rief mich eine Frau wegen einer Katzenkolonie an, die auf den Dächern zwischen mehreren Gebäuden lebte. Es war eine seltsame kleine Welt da oben. In mancher Hinsicht war sie geradezu ideal für streunende Katzen. Es gab keine Autos, die sie überfahren konnten, keine streunenden Hunde, die sie jagten, und nur wenige Menschen, die sie störten. Zwischen den Gebäuden bildeten die Dächer ein stilles, verborgenes Königreich hoch über den Straßen. Die meisten dieser Katzen waren aufgewachsen, ohne jemals mit Menschen in Berührung gekommen zu sein. Sie wussten, wie man über beschädigte Dächer sprang, in engen Nischen verschwand und kalte Nächte überstand, doch von Händen, die ihnen helfen wollten, hatten sie keine Ahnung. Für sie waren Menschen einfach nur gefährliche Tiere, die größer waren als sie selbst.

 

Eine der Katzen, die ich einfing, war ein kleiner schwarzer Kater. Er war wunderschön. Ein kleines, schwarzes Fellknäuel mit verängstigten Augen. Leider waren diese Augen krank. Der Tierarzt erklärte mir, dass die Gefahr groß sei, dass er sie ohne Behandlung verlieren würde. Für jede andere Katze wäre Blindheit schon schrecklich. Für ihn aber wäre sie ein Todesurteil gewesen. Seine ganze Welt bestand aus unebenen Dächern, Lücken zwischen den Gebäuden, schmalen Vorsprüngen und Sprüngen von einem Dach zum nächsten. Eine blinde Katze hätte dort nicht lange überlebt. Also behielt ich ihn bei mir, bis seine Augen geheilt waren. Danach wollte ich ihn wieder in sein Revier zurückbringen. Das Problem war, dass er Menschen nicht nur nicht mochte – er hatte schreckliche Angst vor uns, und diese Angst hatte ihn gelehrt zu kämpfen. Jeden Morgen und jeden Abend wurde die Medikamentengabe zu einem kleinen Kampf. Sein Käfig stand neben meinem Bett, und zweimal täglich stellte ich mich auf Krallen, Zähne, Knurren und Fauchen ein. Er wehrte sich, als wollte ich ihn umbringen. Irgendwie war das verständlich. Woher sollte er wissen, dass ich genau das Gegenteil im Sinn hatte? Er hatte noch nie Güte von irgendjemandem erfahren.

 

Anfangs zehrte die Krankheit an seinen Kräften. Er wurde schwach – zu schwach, um sich richtig zu wehren. Deshalb konnte ich ihn nun sanft in den Arm nehmen. Zuerst war sein Körper ganz steif. Er verstand nicht, was eine Umarmung war. Er ließ sie einfach über sich ergehen. Doch ich hielt ihn weiter fest. Vielleicht lag es daran – oder daran, dass er jede Nacht in seinem Käfig schlief, kaum einen Meter von meinem Bett entfernt –, aber nach einigen Wochen bemerkte ich endlich, worauf ich insgeheim gehofft hatte. Anstatt die Leute in der Tierklinik anzufauchen, begann er, an ihnen zu schnuppern. Er drängte sich nicht mehr in die hinterste Ecke seines Käfigs, wenn ich ihn öffnete, sondern stieß stattdessen mit dem Kopf gegen meine Hand. Bis dahin hatte ich ihn bewusst nur „den schwarzen Jungen“ genannt. Doch die Leute um ihn herum begannen, ihn Blago zu nennen – ein bulgarischer Name, der „nett und ruhig“ bedeutet. Ein Name, der heute perfekt zu ihm passt.

 

Blago ist eine sanfte, neugierige und verschmuste Katze. Er hat einen weiten Weg zurückgelegt – weg von dem verängstigten kleinen schwarzen Katerchen, das sich einst gegen jede menschliche Hand wehrte, die ihm zu nahe kam. Heute liebt er Zuwendung, genießt es, gestreichelt zu werden, und hat nicht nur für Menschen, sondern auch für andere Katzen ein Herz. Oft nähert er sich ihnen vorsichtig, beschnuppert ihre Gesichter und wirkt am glücklichsten, wenn ein Katzenfreund in der Nähe ist. Einmal fand ich ihn zusammengerollt neben einem gerade erst geretteten Kätzchen, das noch vor allem Angst hatte; Blago hatte sich ganz leise an den Kleinen geschmiegt, als wollte er sagen: „Ich verstehe dich. Ich habe das auch schon erlebt.“ Am nächsten Morgen schlief das Kätzchen mit dem Kopf auf Blagos flauschigem schwarzen Bauch, während Blago sichtlich zufrieden mit seiner neuen Aufgabe als Kopfkissen wirkte.

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